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Rennmaus Nachwuchs / Entwicklung

 

Putzig, niedlich - keine Frage. So niedlich kleine Rennmäuse auch sind und so aufregend es auch ist kleine Rennmäuse groß werden zu sehen, solltest Du das züchten von Rennmäusen den Profis überlassen.

Kleine Rennmäuse werden rasend schnell erwachsen und es ist nicht immer leicht ein geeignetes Zuhause für sie zu finden.

Solltest Du Dich dennoch dazu entschließen Rennmäuse zu züchten oder einen einmaligen Wurf planen gibt es einiges zu beachten.

Es dürfen nur Artgenossen zur Zucht eingesetzt werden die gesund und kräftig genug sind. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt auch der Charakter der Elterntiere, weil sich dieser auf den Nachwuchs überträgt. Es ist auch darauf zu achten, dass Du keine verwandten Tiere verpaarst, damit es nicht zur Inzucht kommt. Diese Seite gibt auch gute Tipps, was bei einer seriösen Zucht zu beachten ist und erwähnt auch die Fehler die sehr oft gemacht werden und wurden.

Leider kommt es immer wieder vor, dass man unabsichtlich Rennmauseltern (so wie unsere Zweibeins) wird. Entweder ist Dir vom fachkundigen Zooladenpersonal ein Männchen und ein Weibchen verkauft worden, oder so wie in unserem Fall, bekommst Du ein schon trächtiges Weibchen mit Nachhause, obwohl Dir versichert wurde, dass die Rennmäuse nach Geschlechtern getrennt sind.

Werbung/Paarung

Hast Du alles Wesentliche bedacht und ein geeignetes Zuchtpaar gefunden, dann bedenke bitte, dass das Weibchen erst mit 4-5 Monaten zuchtreif ist.

Ist das Weibchen hitzig (ca. alle 7 Tage) so beginnt das Werben. Sie bietet ihr Hinterteil dem Bock zum beschnuppern an, damit er prüfen kann, ob sie Empfängnisbereit ist - er erkennt das an Duft eines Sekrets, dass aus der Vagina des Weibchens austritt. Zum Ritual des Werbens gehört auch, dass er trommelt und sie durch das Gehege jagt. Immer wieder bleibt sie stehen und wird ganz schnell vom Bock begattet (das dauert nur einige Sekunden wird aber mehrmals wiederholt). Anschließend putzen sich Beide ausgiebig die Geschlechtsorgane. Dieser Vorgang wiederholt sich einige Male.

Trächtigkeit

Die Tragezeit bei uns Rennmäusen beträgt nur 24 - 27 Tage (säugt die Mutter während der Tragezeit, verlängert sich diese schon mal 45 Tage). Für einen Laien ist es nicht einfach zu erkennen, ob das Weibchen tragend ist, füttere aber trotzdem zusätzlich Eiweiß und Trockenfutter. Zum Ende der Tragezeit wird sie behäbiger und beschäftigt sich ausgiebig mit dem Nestbau. In den letzten Tagen der Trächtigkeit nimmt das Weibchen erheblich an Umfang zu und bekommt eine auffallende Birnenfigur.

Geburt

In der Regel geht die Geburt problemlos über die Bühne. Die Jungen werden mit den Hinterbeinen zuerst geboren und jedes Einzelne wird zuerst von der Mutter abgenabelt und trocken geleckt. Das Ablecken ist sehr wichtig, denn es stimuliert den Kreislauf und die Verdauung der Babys und so nimmt die Mutter auch den Geruch der Jungen auf. Erst danach kommt das nächste Baby zu Welt. Die Mutter bringt zwischen 2 und 10 nackte, blinde und taube Babys auf die Welt. Die Nachgeburt und die Eihaut werden von der Mutter aufgefressen, was ihr gleichzeitig als wertvolle Eiweißquelle dient. Jetzt werden die Neugeborenen anfangen bei ihrer Mutter zu trinken. Die erste Milch, die so genannte "Kolostralmilch" ist besonders wichtig für die Jungen, denn sie enthält alle Abwehrstoffe, die die kleinen und schwachen Organismen gegen Umwelteinflüsse wie z.B. Krankheiten stärken.

Erkennen wirst Du das freudige Ereignis meist nur, weil die kleinen Kerle schon ziemlich laut fiepen.

Achtung: Sofort nach der Geburt sind wir Rennmäuse wieder empfängnisbereit. Ein seriöser Züchter gönnt den Weibchen aber eine Pause.

Aufzucht

Von jetzt ab kümmern sich Mutter und Vater hingebungsvoll um ihren Nachwuchs. Stör bitte die ersten 10 Tage die Eltern auf keinen Fall und schau auch nicht ins Nest. Wir können sehr aggressiv auf solche Störungen reagieren und unsere Jungen auffressen. Weitere Gründe, warum Babys gefressen werden können sein, dass die Mutter sehr unerfahren ist, unter Eiweißmangel leidet oder der Wurf zu groß und sie zu schwach ist.

Entwicklung

Ab dem 5. Lebenstag wird eine leichte Körperbehaarung sichtbar. Ab dem 16. Lebenstag öffnen sich die Augen und die Zwerge versuchen schon aus dem Nest zu flüchten - was in der Regel von der Mutter aber sofort gestoppt wird. Ab dem 21. Tag wagen sich die Babys schon öfter aus dem Nest und fangen auch an sich für ihre Umwelt zu interessieren. Jetzt kannst Du auch anfangen die Kleinen an Menschen zu gewöhnen und Dich intensiv mit ihnen beschäftigen, indem Du immer mal wieder die Hände ins Gehege hältst.

Die Rennmauszwerge fangen jetzt auch an feste Nahrung (Haferflocken eignen sich sehr gut) zu sich zu nehmen. Du kannst den Kleinen, neben dem Trockenfutter,  auch jetzt schon Wasser und trockene Gemüsesorten zum fressen geben.

Mhm, eine Extraportion Haferflocken

Ab dem 28. Tag werden die Babys nicht mehr gestillt. Sie folgen ihrer Mutter aber noch um sehr viele Dinge für das weitere Rennmausleben von ihr zu lernen.

Spätestens ab Ende der 6. Woche sollten die Kleinen nach Geschlecht getrennt werden, denn dann kann schon die Geschlechtsreife beginnen.  Achtung:  Es wird immer behauptet, dass Geschwister erst viel später als mit Eintritt der 'normalen' Geschlechtsreife anfangen sich füreinander zu interessieren. Mal ganz davon abgesehen, dass Geschwister überhaupt nicht verpaart werden sollen, trifft diese Aussage nicht immer zu.

Abgabebereit und fertig für die große, weite Rennmauswelt sind die Zwerge aber erst ab der 7. Woche, denn bis dahin gibt es noch viel von erwachsenen Rennern zu lernen.  

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