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Rennmaus Pflege/Gesundheit
Eigentlich sorgen wir Rennmäuse selbst für unsere Körperpflege und brauchen dazu keine Unterstützung von Dir. Wir dürfen auch auf keinen Fall in Wasser gebadet werden - auch nicht um bei einer evtl. Vergesellschaftung unseren Geruch wegzuwaschen. Was wir aber brauchen ist ein sauberes Heim und regelmäßige Versorgung um uns rennmausig wohl zu fühlen. Folgende Pflegearbeiten kommen nun auf Dich zu:
Gehegereinigung ist Stress pur für uns Rennmäuse, denn mit jeder Reinigung verschwinden die gesetzten Duftmarken und die gegrabenen Baue gehen kaputt. Leider muss es aber sein, weil selbst die beste Einstreu zu staubig wird und verschmutzt und das ist nicht gesund für uns. Gib uns aber immer etwas von der alten Einstreu zurück und reinige auch nur ca. alle 5 - 6 Monate das komplette Gehege. Je nach Größe des Geheges muss mehr oder weniger oft eine Teilreinigung vorgenommen werden. Bei der angegebenen Mindestgröße von 100x50 reicht es, wenn Du alle 4 Wochen einen Teil sauber machst (einen Teil der Einstreu raus und durch frische ersetzen). Je größer aber unser Gehege ist, desto seltener musst Du eine Teilreinigung machen. Unser Kot ist sehr trocken und daher kein Problem. Um Urin abzusetzen (in unserem Fall sowieso nicht sehr viel) benutzen wir meist die gleichen Ecken, die problemlos sogar täglich gereinigt werden können. Zur Komplettreinigung des Geheges nimmst Du alles raus und reinigst das Becken mit einem milden (stark verdünnt) und sehr heißen Essigwasser. Du darfst keine Reinigungsmittel verwenden, denn das schadet unseren empfindlichen Nasen sehr. Lass es ausreichend trocknen und richte es wieder ein. Solltest Du das Gefühl haben, ein Einrichtungsgegenstand müsste sauber gemacht werden, dann mach das nicht bei der Komplettreinigung, sondern irgendwann dazwischen. Holz reinigst Du am besten, indem Du es ebenfalls mit kochend heißem Wasser und ganz mildem Eissigwasser schrubbst. Das Holz muss anschließend ein paar Tage trocknen. Nach der Reinigung des Geheges solltest Du nichts an der Einrichtung verändern (alles wieder genau so hinstellen und nichts Neues dazugeben), denn das bedeutet zusätzliche Aufregung für uns und wie schon erwähnt, gibst Du uns etwas von der alten Einstreu zurück.
Das saubere Gehege (Hygiene) und die artgerechte Ernährung sind nicht alleine ausschlaggebend um uns gesund zu erhalten. Wichtige Faktoren sind der richtige Standort des Geheges, Rennmaus Gesellschaft, die richtige Beschäftigung und die gesundheitliche Vorsorge. Wie viele andere Tiere versuchen auch wir unsere Krankheit erst mal zu verbergen, denn in der Natur bedeutet krank sein oft, dass wir aus dem Rudel ausgestoßen werden. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Du jede Veränderung im Verhalten oder Aussehen ernst nimmst und Dich damit auseinandersetzt. Folgendes solltest Du jede Woche kontrollieren und Dir Dinge wie das Gewicht auch notieren, das kann insbesondere schon deshalb nicht schaden, weil auch sicher der Tierarzt danach fragen wird: Verhalten - Sitzen wir apathisch herum? Kratzen wir uns vermehrt? Trinken wir mehr als sonst? Fressen wir nicht mehr? Bewegung - Hinken oder Humpeln wir? Torkeln wir durch das Gehege? Ist unser Rücken gekrümmt? Kopf - Halten wir unseren Kopf ständig schief? Gewicht/Körper - Haben wir viel Gewicht verloren? Sind Tumoren, etc. zu sehen? Atmung/Nase - Sind Atemgeräusche zu hören (knacken, röcheln, niesen, etc.)? Ist die Nase verkrustet? Sieht es aus, als hätten wir Nasenbluten? Bauchdrüse - Ist die Bauchdrüse stark gerötet oder geschwollen (Tumor)? Fell - Gibt es kahle Stellen? Ist das Fell struppig oder fettig? Haben wir Wunden? Augen - Sind die Augen verklebt oder verkniffen? Sind Fremdstoffe in das Auge gekommen? Ohren - Sind unsere Ohren sehr feucht, verschorft oder verkrustet? Zähne - Sind die Zähne zu lange oder schief? Haben Sie noch die typische gelb/orange Farbe? After - Ist der After verklebt oder verschmiert? Ist der Kot weich oder breiig? Solltest Du eine Abweichung feststellen, dann kann das schon ein Anzeichen einer Erkrankung sein.
Wenn Du regelmäßig einen Gesundheits-Check machst, dann wirst Du viele Krankheiten schnell erkennen und bist auch in der Lage angemessen zu reagieren. Ganz wichtig ist, dass diese Seite, andere Seiten oder Foren niemals einen Tierarzt ersetzen können und das Du im Falle einer Erkrankung schnell reagieren musst. Kümmere Dich schon gleich nach der Anschaffung Deiner Rennmäuse um den geeigneten Tierarzt. Nicht alle Tierärzte kennen sich mit Rennmäusen aus und deshalb musst Du vielleicht mit einigen sprechen. Sollte Deine Rennmaus krank sein und Du musst sie zum Tierarzt bringen, dann solltest Du auf jeden Fall eine gemütliche und mit Einstreu, Heu und Stroh ausgepolsterte Transportbox nehmen. Deine kranke Rennmaus fühlt sich auch wohler, wenn Du die ganze Rennmaus Familie mitnimmst. Für so ziemlich alle Erkrankungen gilt auch, dass wir diese viel besser ausheilen, wenn wir bei unserer Familie im Gehege bleiben dürfen. Eine Trennung bedeutet nämlichen zusätzlichen Stress für uns. Es gibt jedoch auch Krankheiten wo wir unbedingt getrennt werden müssen - ich habe das bei der Krankheit aber dann dazu geschrieben. Bei jeder Krankheit solltest Du auf jeden Fall die Haltungsbedingungen (Ernährung, Behausung, etc.) überprüfen, denn oft schleichen sich Krankheiten nur ein, weil unser Immunsystem nicht sehr gut ist. Das sind die am häufigsten auftretenden Rennmaus Krankheiten: Hervorgerufen werden Knochenbrüche meistens durch Stürze, wilde Verfolgungsjagden oder Quetschungen (Laufrad!). Bei den meisten Brüchen gibt es gute Heilungschancen. Der Tierarzt ist unverzüglich aufzusuchen! Bisswunden können bei Streitereien unter uns Rennmäusen auftreten. Mehr oder weniger schwere Wunden können wir uns auch im Gehege zuziehen. Bitte achte dann besonders darauf, dass nichts Spitziges, etc. in unserem Gehege ist. Leichte Wunden heilen von selbst. Tiefe Wunden müssen vom Tierarzt behandelt werden. Bei älteren Rennmäusen können, speziell an der Duftdrüse, schon mal Tumoren auftreten. Häufig können diese durch eine Operation entfernt werden. Der Tierarzt ist unverzüglich aufzusuchen! Schnupfen, Erkältung, Lungenentzündung Zugluft, feuchte Einstreu, große Temperaturschwankungen, trockene Heizungsluft oder Stress können u.a. Schnupfen und Erkältungen verursachen. Als erste Maßnahme solltest Du uns trocken und warm unterbringen. Hier gibt es sehr gute Heilungschancen. Der Tierarzt ist unverzüglich aufzusuchen. Bei Nichtbehandlung kann leichter Schnupfen zu einer Lungenentzündung werden, die meist mit dem Tot endet. Achtung, wenn Du Schnupfen, etc. hast, kannst Du uns auch damit anstecken! Nasenbluten (Hardersche Drüse) Bei Stress, anhaltendem Schnupfen, einer Allergie, etc. kann sich das Sekret der Harderschen Drüse, die sich hinter den Augen befindet, rötlich färben und wie Blut aussehen. Kommt das einmal vor ist es kein Problem, aber bei anhaltendem 'Nasenbluten' musst Du den Tierarzt aufsuchen. Durchfall können wir uns leicht durch eine Infektion, verdorbenes Futter, zu viel Frischfutter/Joghurt oder Darmparasiten einfangen. Als erste Maßnahme solltest Du das Körnerfutter entsorgen, neues besorgen und kein Frischfutter mehr geben. Durchfall dehydriert den Körper sehr stark, daher ist der Tierarzt unverzüglich aufzusuchen. Pilz zeigt sich meist durch kahle Hautstellen am Körper (Schnäuzchen, Füße, Rücken, etc.) und/oder Juckreiz. Der Tierarzt ist unverzüglich aufzusuchen, denn nur er kann Anhand eines Hautgeschabsel eine eindeutige Diagnose stellen. Du musst auch das gesamte Gehege/Einrichtung komplett mit mildem Essigwasser und kochendem Wasser reinigen. Alle anderen Mitbewohner sind ebenfalls genau auf Symptome zu untersuchen und ggfs. zu behandeln. Wenn Du die Tiere anfasst, musst Du Dir sofort die Hände waschen, denn der Pilz ist auf Menschen übertragbar. Parasiten -Milben, Haarlinge, Würmer Parasiten zeigt sich meist durch ständiges kratzen, gerötete Haut oder Krusten. Der Tierarzt ist unverzüglich aufzusuchen, denn nur er kann eine eindeutige Diagnose stellen. Du musst auch das gesamte Gehege/Einrichtung komplett mit mildem Essigwasser und kochendem Wasser reinigen. Alle anderen Mitbewohner sind ebenfalls genau auf Symptome zu untersuchen und ggfs. zu behandeln. Oft schleppt man sich Parasiten über Heu und Stroh ein, deshalb musst Du auch Deine ganzen Vorräte vernichten. Leider reagieren einige Rennmäuse allergisch auf zu staubige Einstreu. Ein erstes Anzeichen ist eine gerötete Nase oder tränende Augen. Versuch zunächst die Einstreu zu wechseln. Tritt nach einem Tag immer noch keine Besserung ein ist der Tierarzt aufzusuchen. Leider meinen es viele Besitzer zu gut mit uns und geben uns zuckerhaltige Nahrung oder zu viel Obst. Das kann leider zu Diabetes führen, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führt. Erste Anzeichen können übermäßiger Durst sein. Eine abschließende Diagnose kann aber nur der Tierarzt stellen. Einer der dramatischen Folgen der Inzucht ist die Epilepsie. Wenn Du merkst, dass Deine Rennmaus heftig zuckt oder sich unkontrolliert bewegt, solltest Du nach dem Anfall sofort den Tierarzt aufsuchen. Wird Epilepsie diagnostiziert, dann darf das Tier keinerlei Stress mehr ausgesetzt werden und selbstverständlich wird so ein Tier nicht zur Zucht eingesetzt. Diese Krankheit ist sehr heimtückisch und kann innerhalb von 48 Stunden zum Tod führen. Es handelt sich hier um ein Bakterium in der Darmflora das die Tyzzersche Krankheit auslöst. Erste Symptome sind Durchfall, Apathie und Nahrungsverweigerung. Die Krankheit wird über den Kot weitergegeben und deshalb muss das erkrankte Tier aus dem Rudel genommen werden. Es ist unverzüglich der Tierarzt aufzusuchen und alle Tiere im Gehege müssen untersucht werden! Mittelohrentzündung/Labyrinthitis Eine Mittelohrentzündung erkennst Du meist erst, wenn der Kopf sehr schief gehalten wird und die Rennmaus unkontrolliert durch das Gehege torkelt. Es ist unverzüglich der Tierarzt aufzusuchen. Mittelohrentzündung kann gut behandelt werden und oft bleibt nach der Behandlung nichts mehr zurück. Selbst wenn das Köpfchen schief bleibt können wir gut damit leben. Ein Schlaganfall kann die gleichen Symptome wie eine Mittelohrentzündung haben - schiefer Kopf und torkelnde Bewegungen. Auch hier ist umgehend der Tierarzt aufzusuchen - es gibt gute Heilungschancen. Durch mangelnde Nagegelegenheiten kann es bei Rennmäusen zu einem unkontrollierten Zahnwuchs kommen. Die zu lange Nagezähne können vom Tierarzt leicht gekürzt werden.
Viele Symptome (zerzaustes Fell, Behäbigkeit, vermehrter Durst, etc.) bekommen Rennmäuse auch wenn sie alt werden. Hat Dein Tierarzt eine Krankheit diagnostiziert, musst Du Dich unbedingt an sein Anweisungen halten. Verschriebene Medikamente verabreichst Du am besten mit einem Leckerli (Achtung, nicht alle Antibiotika dürfen mit Milchprodukten gegeben werden, den Tierarzt unbedingt fragen!) oder Du versucht sie direkt in das Mäulchen Deiner Rennmäuse zu geben. Bei manchen Erkrankungen kann auch eine Wärmebehandlung nötig werden. Benutz dazu am besten eine handelsübliche Rotlichtlampe und achte darauf, dass nur ein kleiner Teil des Geheges bestrahlt wird. Die Lampe muss auch ausreichend weit vom Gehege entfernt stehen. Wenn die Einstreu, die eine Weile von der Lampe bestrahlt wird, angenehm warm (nicht heiß!) ist, dann hast Du den richtigen Abstand gewählt. Wurde vom Tierarzt Antibiotikum verschrieben so schädigt das die Darmflora, daher ist es ratsam nach der Antibiotika Behandlung Bird Bene Bac (Dank an Tin Wilde für den Tipp!) zu geben. |